Studium Universale pfeil_links_aktiviert pfeil_rechts

PDF-Datei Diese Seite weiterempfehlen Warum ein Studium Universale an der Inua?

Das Studium Universale ist keine Erfindung des 21. Jahrhunderts, eher eine Wiederentdeckung. Es greift das neuhumanistische Konzept der universellen Lehre von Friedrich Wilhelm von Humboldt auf und steht in der Tradition der humanistischen Universitäten der Renaissance und des ganzheitlichen Bildungsideals der Antike. Im 20. und 21. Jahrhundert wurden die Bildungs- und Studieninhalte an den deutschen Universitäten zunehmend an den formalen Berufsbildungsqualifikationen, den Anforderungen der Wirtschaft und Industrie ausgerichtet. Die Neugliederung aller Studiengänge während des Bologna-Prozesses hat diese Fehlentwicklung noch verstärkt. Viele staatliche Universitäten in der Bundesrepublik haben ihre geistes- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten reduziert oder eingefroren, die beschränkten Mittel kommen den natur- und technikwissenschaftlichen Studiengängen zugute. Ein Prozess, der bereits in den Lehrplänen und der Ausbildung an den Schulen, die zur Hochschulreife führen, einsetzt. Dabei zeigen viele Untersuchungen, dass die “Freiheit der Person” deutlich mehr erfordert als eine nur berufsorientierte Qualifikation. Persönliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Ziele, wie z.B. nachhaltige Entwicklung und Wachstum lassen sich nur durch “kulturelle Werte” (Gregory Clark, Wirtschaftshistoriker) herbeiführen, “Kultur entscheidet über den Wohlstand” (Edmund Phelps, Ökonomienobelpreisträger). Die Industriegesellschaft braucht Kultur. Diesem Imperativ ist insbesondere die Bildung, Ausbildung, Weiterbildung verpflichtet. Der akademische Rat der Inua, in der Nachfolge der Altdorfina, hat sich deshalb entschieden, neben den berufsorientierten Studiengängen das Studium Universale zum Mittelpunkt des Lehrangebotes zu machen.

Welche Zielgruppen spricht das Studium Universale der Inua an?

Das Studium Universale der Inua richtet sich an alle, die eine breite und trotzdem fundierte wissenschaftliche Ausbildung suchen, die ihr Wissen und Können erweitern wollen. Es richtet sich zum einen an Interessenten, die bereits einen akademischen Hintergrund oder ein abgeschlossenes Hochschulstudium aufzuweisen haben und mit wissenschaftlichem Arbeiten und den Grundbegriffen der Lehre und Forschung vertraut sind. Für die Zielgruppe der Professionals bieten das Studium Universale oder wesentliche Module daraus die Möglichkeit, sich weiterführende theoretische und praktische Kenntnisse anzueignen, die sie nachhaltig in ihrem beruflichen Umfeld fördern. Weitere Zielgruppen sind z.B. Führungskräfte, die ihr persönliches Profil schärfen möchten, um “über den Tellerrand hinaus zu blicken”. Unternehmen, die im Rahmen ihrer betrieblichen Weiterbildung und Mitarbeiterförderung spezifischen Bedarf identifizieren, der den Modulen und Inhalten des Studium Universale entspricht. Junge Menschen, die ihr Wissen über Schule und Beruf hinaus erweitern möchten. Studierende, die sich nicht auf ein Fachgebiet beschränken, sondern die interdisziplinäre Auseinandersetzung als geistige Herausforderung schätzen. Personen mit Lebens- und Berufserfahrung, die ihren Horizont erweitern möchten, die ihr geistiges und soziales Potenzial kreativ und systematisch ausbauen wollen, die den Dialog suchen. Das Studium Universale der Inua versteht sich darüber hinaus auch als klassisches Seniorenstudium, das nachholt, vertieft und ergänzt, in dem Gleichgesinnte sich mit dem Spektrum der Wissenschaften auf der Höhe der Zeit vertraut machen. Ein Studium, in dem die Teilnehmer nicht, wie es leider häufig der Fall ist, allein gelassen und eigentlich unerwünscht arbeiten müssen. Es wendet sich deshalb gerade auch an Senioren, die auf der Höhe der Zeit kritik- und diskussionsfähig bleiben und damit weiterhin Vorbildfunktion für ihre Kinder und Enkel übernehmen.

Was ist das Besondere am Studium Universale der Inua?

Das Studium Universale der Inua ist in vierzehn Module eingeteilt, die den Gesamtkomplex der Wissenschaften sinnvoll und praxistauglich strukturieren. Historisch gewachsene Fachbereiche werden ebenso berücksichtigt wie neueste wissenschaftliche Entwicklungen. Zugleich ist das Studium Universale der Inua interdisziplinär ausgerichtet, d.h. die Lehrinhalte der Seminare und Module werden, wo immer möglich, miteinander verknüpft. Ziel ist es, die häufig zu eng gesteckten Grenzen der jeweiligen Disziplin möglichst oft zu überschreiten, um fächerübergreifende Zusammenhänge und Erklärungsansätze zu erkennen.

Alle Studierenden der berufsbezogenen Studiengänge (Bachelor, MBA, Master) sind verpflichtet, ein Drittel ihres Studiums aus den geistes- und sozialwissenschaftlichen Modulen des Studium Universale zu wählen und Leistungsnachweise zu erbringen. Geht es doch nicht in erster Linie darum, z.B. Manager auszubilden, sondern gebildete Individuen und kritische Bürger.

Didaktisch ist das Studium Universale am problembasierten Lernen orientiert, u.a. auch am betreuten Selbststudium in Kleingruppen (Learning Communities) im Anschluss an die Lehrveranstaltungen. Auch die Studierenden haben Einfluss auf den Ablauf und Inhalt der Seminare. Sie sind in die laufende Überprüfung und Evaluation einbezogen. Interaktion, Austausch und Kommunikation geben dem Studienprogramm wertvolle Impulse. Bei der Auswahl der Professoren und Gastdozenten spielen neben der wissenschaftlichen und praktischen Reputation auch die Fähigkeit zur Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte sowie die kommunikative Kompetenz im Austausch mit den Studierenden eine wichtige Rolle. Fachliche und persönliche Wünsche der Studierenden, ihre Motivationen, aber auch ihre Lebenssituation werden soweit wie möglich berücksichtigt.

Texte, Dokumentationen und Literaturhinweise werden zur Verfügung gestellt. Abschluss-Kolloquien fassen die jeweiligen Modulinhalte zusammen und schaffen notwendige Verknüpfungen. Seminararbeiten werden angeregt und intensiv betreut. Außerdem ist das Studium Universale auf ein ECTS-Punktsystem (European Credit Transfer System) ausgelegt, das im Rahmen der berufsbildenden Studiengänge Anwendung findet. “Eine breite Bildung und Befähigung zum Wechsel von Perspektiven sind die beste Lebensversicherung” (Sascha Spoun, Präsident der Universität Lüneburg, Gewinner des Exzellenzwettbewerbs 2007).

Die einzelnen Wissenschaftsbereiche und ihre Module

Module Wissenschaftsbereiche und Modulname
Modul 01 Gesellschaftswissenschaften
Modul 02 Kunstwissenschaften
Modul 03 Kulturwissenschaften
Modul 04 Kommunikationswissenschaften
Modul 05 Humanwissenschaften
Modul 06 Wirtschaftswissenschaften
Modul 07 Normwissenschaften
Modul 08 Naturwissenschaften
Modul 09 Technikwissenschaften
Modul 10 Struktur- und Systemwissenschaften
Modul 11 Angewandte / Bildende Kunst
Modul 12 Exkursion
Modul 13 Graduiertenkolleg
Modul 14 Meisterklasse

Die Herausforderung des 21. Jahrhunderts

Die Inua (Internationales Netzwerk für Universitäten - Altdorf) ist in der Tradition der Altdorfina dem Universalismus der Aufklärung verpflichtet. Von daher ist das Studium Universale der Inua als interdisziplinäres Graduiertenkolleg international und interkulturell ausgerichtet. Es versteht sich als Anleitung zum Selbstdenken in globalen Zusammenhängen, als permanente Überschreitung des jeweiligen nationalen Horizonts. Es hilft den Studierenden, Internationalisierung und Globalisierung als Möglichkeiten geistiger Entwicklung zu begreifen. Das Studium Universale der Inua orientiert sich am Wissensstand und den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.